Umweltzerstörung

 

Eine Kuh belastet das Klima genauso stark wie ein moderner Personenwagen, der pro Jahr 18.000 Kilometer zurücklegt (1), ob bio oder nicht. Die ökologische Landwirtschaft verursacht zwar weniger Treibhausgase als die konventionelle, aber die Milch- und Rindfleischproduktion von Bio-Bauern ist teilweise umweltschädlicher (2).

 

Der Report Lifestock's Long Shadow der UN-Ernährungsorganisation FAO weist die globale Viehzucht als Umweltverschmutzer ersten Ranges aus. Folgen sind der Klimawandel, Luftverschmutzung, Wasserknappheit, Wasserverschmutzung, Artensterben und der Verlust von wertvollem Boden. Die CO2 Emissionen der industrialisierten Landwirtschaft machen laut FAO einen Anteil 18 Prozent (3) aus. Nach der Studie Livestock and Climate Change vom Worldwatch Institute 2009 (4) sollen sogar 51 Prozent (!) der weltweiten THG-Emissionen pro Jahr auf die Viehhaltung zurückzuführen sein - mehr als der gesamte Verkehrs- und Energiesektor zusammen.

In Berücksichtigung auf die Welternährungssituation ist zudem die enorme Ressourcenverschwendung durch Aufzucht und Haltung von Tieren nicht zu rechtfertigen. Nutztiere sind heute Nahrungskonkurrenten für Menschen, da sie mit Kraftfutter (dessen Rohstoffe auch Grundnahrungsmittel für Menschen sind) gemästet werden. 78 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche wird für die Tierproduktion direkt verwendet (5).

 

36 Prozent der weltweiten Getreideernte, 70 Prozent der Sojaernte, die Hälfe der Fischfänge und ein Drittel aller Milchprodukte (6) werden an Tiere verfüttert.

 

Dafür ist neben der Fleischindustrie auch die Milchindustrie verantwortlich. Zur Zeit sind etwa 870 Millionen Menschen weltweit chronisch unterernährt (7). Das bedeutet jeder achte Mensch leidet unter Hunger. Der Welthunger als Massensterben zehntausender Menschen jeden Tag ist das größte „Gesundheitsrisiko“ (8) und gleichzeitig das größte lösbare Problem der Welt (9).

 

 

 

 

 

1 WWF, „Climate Solutions“, Report 2007.

 

2 IÖW, „Klimawirkungen der Landwirtschaft in Deutschland“, Studie 2008.

 

3 FAO, „Livestock's Long Shadow, environmental issues and options“, Report 2006, Link.

 

4 Worldwatch Institute, „Livestock and Climate Change“ Studie, 2009, Link.

 

5 Ebd.

 

6 Asit Datta: Welthandel und Welthunger, München, 1993, S.180; zum Thema Welthunger siehe auch: Link.

 

7 FAO, The State of Food Insecurity in the World 2012, Link.

 

8 WHO, World Hunger and Poverty Statistics, 2011.

 

9 Neben der „Viehzucht“ sind Biotreibstoffe, Spekulationen auf Grundnahrungsmittel auf dem Finanzmarkt und Agrarsubventionen mit für die Hungerkrise verantwortlich. Die WTO, die Weltbank, der IWF und die EU ruinieren mit ihren Exportsubventionen kleinbäuerliche Strukturen in den Entwicklungsländern. Die dort lebenden Menschen könnten sich mittels regionaler Selbstversorgung selber ernähren, müssen aber für den Export für den Weltmarkt produzieren.

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